MIRIAM GÖTZ
REGIE

Gefängnis ohne Mauern, Schiff ohne Meer... (UA)

Tableaux morts mit Texten von Jean Genet // Komposition: Philipp C. Mayer // Uraufführung: 23. April 2026 // Orbit Festival für aktuelles Musiktheater Köln


Immer wieder als Landstreicher, Außenseiter, Homosexueller, Dieb und Rebell gelabelt, ist Jean Genet (1910-1986) einer der bekanntesten und vermutlich umstrittensten Schriftsteller Frankreichs. Inhaftiert beginnt Genet aus der Gefängniszelle heraus zu schreiben und wird zu einer Ikone der französischen Literatur. Sein literarisches Denken und Schreiben kreist dabei immer wieder um jene Zeit, die er als Jugendlicher in der berüchtigten Strafkolonie Mettray – einem Gefängnis ohne Mauern – verbrachte.
In zehn ‘tableaux morts’ werden Motive Genets Schreibens wie eine Landschaft erkundet. Anstelle einer linearen Handlung verknüpfen sich körperliche, räumliche und psychologische Zustände zu einer dichten Dramaturgie aus Musik, Elektronik, Text, Körper und Video, die sich für Genets Ästhetik der Unzuverlässigkeit, der Heimatlosigkeit, der Subversion interessiert: die beklemmenden Schatten Mettrays, das existenzielle Gefühl des Gefangen- und Ausgegrenzt-Seins, das ständige Spiel von Realität und Fiktion, das Umkehren von Werten, eine Erotisierung zwischen Gewalt und Zärtlichkeit, das seltsame Verhältnis zwischen einer unglaublich reichen Sprache und dem tiefen Gefühl von Leere.


Komposition: Philipp C. Mayer

Regie: Miriam Götz

Bühne/Kostüm: Jan Patrick Brandt

Dramaturgie: Julian Kämper

Sounddesign: Sebastián Zuleta

3D Modell: Oliver Arendt

Videomapping: Parisa Karimi


Mit: Ensemble Garage und Max Kurth (Schauspiel)




Fotos: Sophia Hegewald